Kultureller Rückblick


6. September 1997

Gedenkausstellung "Synagoga" zum 130. Jahrestag der Einweihung

Anläßlich des 130. Jahrestag der Einweihung der ehemaligen Synagoge wurde die Gedenkausstellung "Synagoga" von René Blättermann unter der Schirmherrschaft von Landrat Bertram Fleck in den Räumen der Galerie gezeigt.
Die Ausstellung setzte sich ohne Anklage oder Vorwurf auf bildhafte weise mit der jüdischen Religion, Geschichte und Kultur visuell auseinander.


27. April 1997

Musik der Renaissance

Zur Eröffnung der Ausstellung "Surralistische Phantasterei" von Ursula Hülsewig gab der historische Musikkreis "Tanderaday" aus St.Goar auf historischen Instrumenten ein Konzert mit Liedern und Tänzen der Renaissance.


27. Oktober 1996

Autorenlesung in alter Synagoge

Der aus Cochem stammende Schrifsteller und Kabarettist Ernst Heimes löste mit seiner Lesung große Nachdenklichkeit aus. Seine Erzählung "Schattenmenschen" beruht auf historischen Begebenheiten im KZ-Außenlagen Cochem an der Mosel und den Lagern Bruttig und Treis im Jahre 1944. Bürgermeister Dr. Walter Bersch, der zu dieser Veranstaltung eingeladen hatte, sprach sich dafür aus, daß die am 10. Nov. 1938 von SA-Männern zerstörte und erst 1994 fertig restaurierte alte Synagoge endlich als Kulturdenkmal anerkannt werden soll. Dr.Bersch:" Die alte Synagoge ist mit der Bopparder Geschichte untrennbar verbunden."

Text: H.Hübner (Rund um Boppard)


4. Juli 1996

Antijudaismus und Antisemitismus in Boppard

In der vom Geschichtsverein für Mittelrhein und Vorderhunsrück im Rahmen der Kreiskulturtage veranstalteten Vortragsreihe über die Geschichte Boppards sprach Dr. Karl-Josef Burkard zum Thema "Antijudaismus und Antisemitismus am Beispiel der Stadt Boppard" in der ehemaligen Synagoge, die buchstäblich bis auf den letzten Platz besetzt war.

Als Resumee seiner Betrachtungen vermerkte Dr. Burkard, daß das christliche Überlegenheitsgefühl es verhindert habe, den jüdischen Glauben überhaupt wahrzunehmen. Deshalb konnte man sich der vielfältigen Gemeinsamkeiten nicht bewußt werden. Stattdessen wurde von Generation zu Generation judenfeindliches Gedankengut weitergegeben. So wurde es möglich, daß der christliche Antijudaismus in dem rassischen und wirtschaftlichen Antisemitismus aufgehen konnte.

Text: H.Hübner (Rund um Boppard)


21. April 1996

Gitarrenkonzert mit Lucian Plessner

Rick E. Loef - Robert Holz und Lucian Plessner

Zur Eröffnung der Loef Ausstellung gab der Konzertgitarrist Lucian Plessner zu Ehren seines Freundes Rick E. Loef im Innenhof der Galerie ein klassisches Gitarrenkonzert. Plessner wird von Kritikern als einer der begabtesten Gitarristen seiner Generation gezählt.


25. Juni 1995

Lateinamerikanische Folklore in der ehemaligen Synagoge

Als Beitrag zum Kultursommer Rheinland-Pfalz "Nachbar Amerika" eröffnete die opti art Galerie am Tal-total-Sonntag die Ausstellung des Chilenen Mario Tapia mit einem Lateinamerikanischen Musikprogramm. Zwei Chilenen brachten traditionelle Folklore mit ihren Indio-Instrumenten zu Gehör.


15. Mai 1994

Max Erben, der Liedersänger erinnerte mit jiddischen Liedern an Freud und Leid der jüdischen Kultur.

Zur Eröffung der opti art Galerie, am 15. Mai 1994, brachte der Kölner Gymnasiallehrer Max Erben jiddische Lieder und Texte zu Gehör, die von Armut und Existenzkampf, Liebe und Familie, Freude und Leid handelten, sich selbst auf der Gitarre begleitend, gewürzt mit jiddisch vorgetragenen Anekdoten. Interessant für die Zuhörer zu erfahren, daß das heutige Deutsch und das Jidische im gleichen sprachlichen Erbe wurzelt,. Jiddisch wurde zwar nicht von den früher in Boppard lebenden Juden gesprochen, aber von mehr als zehn Millionen vornehmlich in Osteuropa. Jiddisch ist nichts anderes als das Deutsch der seit dem 13. Jahrhundert nach Osteuropa vertriebenen deutschen Juden, das dort - in fremder Umgebung und isoliert vom übrigen deutschen Sprachraum - eine eigene Weiterentwicklung durchlief. Das erklärt die Faszination der jiddischen Sprache, die Nähe des Fühlens wenn es um menschliche Empfindungen und Stimmungen geht, andererseits die in ihrer Lebensäußerung durchscheinende Fremdartigkeit einer geschlossenen religiösen Kultur.

Text: H.Hübner (Rund um Boppard)