22. Juni bis 8. Aug. 1997

Uwe Langnickel mit Ehefrau und 10 Tage alte
Tochter an der Vernissage seiner Ausstellung


Natürlichkeit zum Motto der Kunst erhoben


"Markusplatz-Venedig", 60x80 cm, Mischtechnik

Uwe Langnickel stellte in der "opti art Galerie" aus - Dazu Brillen vom italienischen Designer Michele Seminara


BOPPARD. IL. "Natürlichkeit" hat viele Gesichter. Nicht umsonst trägt die aktuelle Ausstellung in der "opti art Galerie" in Boppard diesen Titel - maßgeschneidert, um den künstlerischen Ansatz von Uwe Langnickel zu beschreiben.

"Es ist die Freude über die Natur und die Verehrung für die Natur, die ich mitteilen möchte", sprach der Künstler auf der Ausstellungseröffnung zum Publikum.

Langnickels Bilder beschreiben Entdeckungsreisen. Immer wieder entzündet sich die Begeisterung des Malers am Objekt. Das hat er mit den Impressionisten gemeinsam.
Aber die Lösung auf der Leinwand sieht anders aus. Da blicken zufriedene Westerwälder Kühe, prall und satt, auf den Betrachter - eine einfache Botschaft mit der versierten Handschrift eines soliden Handwerkers in Öl verfaßt.

Natur heißt aber auch ein stiller Zauber, der sich in Körperlichkeit und Begegnung ausdrückt. Dafür stehen die Akte von Uwe Langnickel. "Ich möchte was erzählen und den Inhalt nach vorn rücken", sagt der Künstler. Im Triptychon "In dieser Zeit" sind es dann Gedichtzeilen von Erich Fried, die Langnickel illustriert. Verse und Akt ranken sich dabei im Bild zu einer gedankenvollen Symbiose.

Michele Seminara vor der opti art Galerie

Natürliche Spontaneität - damit ließe sich auch der Brillenkollektion des italienischen Designers Michele Seminara ihr Markenzeichen aufdrücken, die parallel in den Räumen der alten Synagoge ausgestellt wird. Austauschbare Zierelemente setzen der Kreativität und natürlich auch der Kauflust des Brillenträgers keine Grenzen. Besonders kurios: die "Theo-Brille". Schwarze Haarbüschel zieren den oberen Rand des Sehgerätes, das auf einem Steuerformular dem interessierten Publikum präsentiert wird.

"Kunst vor Augen", getreu dem Motto der "opti art Galerie", hat der Besucher in der alten Synagoge also gleich zweimal - und das jeweils in ansehnlichster Form.


Ingo Lips Rhein Zeitung