20. Mai bis 8. Juli 2001


RZ vom 23. März 2001

Bestechend: Die stille Welt des Aloys Rump

Eindrucksvolle Schau mit Arbeiten des Bopparder Künstlers bei opti art in der Alten Synagoge

Der Mann scheut zwar nicht die Öffentlichkeit, ist er doch mit seinen Werken Teil von ihr und in gewisser Weise auch von ihr abhängig, doch läuft er ihr nicht nach. Wenn der Bopparder Maler, Zeichner und Objekte-Künstler Aloys Rump sich präsentiert, dann ist nicht die laute Aktion zu erwarten, das - wie bei Dilettanten gewohnt - marktschreierische Anpreisen künstlerischen Unvermögens, schieres Gegenteil ist der Fall. Da steht jetzt bei Vernissage in der Alten Synagoge in Boppard ein 52 Jähriger, dem Auflauf um ihn etwas entrückt, still aber aufmerksam lauschend, was denn nun Kluges über ihn und seinen Arbeiten gesagt werden möge. Von Aloys Rump selbst sind keine Erklärungen zu erwarten. Einzig zu verwendeten Materialien gibt er Auskunft, den Rest muss der Betrachter sich erarbeiten. Rumps Welterschließt sich nicht auf Anhieb. Allen Darstellungen eigen ist die äußerste Reduktion auf das ihm Wesentliche - schon bei frühen Arbeiten zu sehen, und auch die neuesten bleiben diesem Stil treu. Beispiel: Serie "Lebenslinien" - ein Maulbeerbaumpapier, darauf angeordnet ein Zweig, vielleicht zwei. Nicht Verspieltheit bestimmt die Szene, Strenge in Auswahl und Anordnung der Objekte ist bei Aloys Rump Mittel des Ausdrucks. Galerist und Augenoptikermeister Robert Holz verwendet dafür den Begriff "Chiffren als Symbol für die innere Wirklichkeit".

        

Aloys Rump (re.) vor einem seiner neuesten Werke, "zurück in der Zeit",
bei der Vernissage im Gespräch mit Robert Holz
Eine Besucherin fühlt sich an asiatische Darstellungen mit ihrem meditativen Flair erinnert. Der Künstler widerspricht nicht. Er ist geprägt auch von zwei längeren Aufenthalten in China, das hat Spuren hinterlassen. Wer die Musik Erik Saties kennt und weiß, dass Aloys Rump von ihr fasziniert ist, der sieht die Entsprechungen in seinem eindrucksvollen bildnerischen Schaffen. Und wer Bildertitel wie "Zuneigung", "Zurück in der Zeit","Gedankenfäden" oder "Erinnerung" zu verstehen sucht fühlt sich unweigerlich an einen anderen "Bruder im Geiste" des immer etwas einsam scheinenden aber erfolgreichen Bopparders erinnert, an den ebenfalls schwer zugänglichen Lyriker Paul Celan. Mögen Materialien wechseln, die verschlüsselte Aussage bleibt. Oder, um es in der Werbesprache zu formulieren: Wo Rump drauf steht, ist unverkennbar Rump "drin".

Gerhard Seib (RZ)

Gemeinsam mit der Aloys Rumps Kunstaustellung stellte optiker holz eine neue "fassungslose" Brillenkollektion vor.
Mit einem ausgefallenen Glasdesign gelingt es aus einem Brillenglas einen einzigartigen Schmuck für die Augen zu schaffen. In das Brillenglas werden Details, Farben und Facettierungen aufgenommen, sodass das Glas zum wichtigsten Bestandteil des Designs wird. Eine fassungslose Brille, die zur Faszination wird, ist das vor den Augen getragene Ergebnis.
Wie Rumps Kunstobjekte sind die Brillen eine Minimierung auf Wesendliches mit großer Wirkung.