Surrealismus

Das Entstehen der modernen Psychologie im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts und damit die Entdeckung des Unterbewußtseins fand auch Ausdruck in der Kunstwelt. Man versuchte, die innere Welt des Menschen mit seinen Träumen und Irrationalitäten sichtbar zu machen. In Paris wurde 1924 ein erstes surrealistisches Manifest veröffentlicht, das für eine absolute Überwirklichkeit warb, in der das Unvereinbarende zwischen Wirklichkeit und Traum, zwischen Realität und Irrationalität aufgelöst werden sollte. Es entstand eine Mystifikation des Absurden, wozu u.a. der 'Automatismus' diente. Der wohl populärste Vertreter des Surrealismus war Salvador Dali, der mit hypertroper Detailgenauigkeit Traumwelten darstellte. Joan Miro, Max Ernst, Hans Arp bedienten sich, um die Dinge jenseits der sinnlichen Wahrnehmungsfähigkeit zu verbildlichen, vieler neuer abstrakter Ausdrucksmittel und Techniken. Diese Methoden gingen in andere Kunstströmungen ein und sind bis heute entscheidende Grundlagen der modernen Kunst.