Victor Sanovec

Curriculm Vitae


Rhein Hunsrück Zeitung vom 18. Juni 99

"Denk-mal" aus Lorbeer schmückt Synagoge

Künstler Victor Sanovec hat die Bopparder Synagoge mit dem aromatischen Grün versehen


BOPPARD. Er gilt von jeher als Siegeszeichen und - weil er immergrün ist - als Symbol des Lebens: der Lorbeer. Nun wächst die sattgrüne Pflanze auch mitten in Boppard. Anläßlich des Rheinland-Pfalz-Tages hat der Künstler Victor Sanovec das Beet vor der Alten Synagoge mit dem duftenden Grün versehen - und "Lorbeerwall" getauft.

Mithilfe des lebendigen Materials, sagt Sanovec, möchte er nicht nur an den Tod, sondern auch ans Leben der Juden erinnern. Darauf verwies auch Doris Schumacher vom Koblenzer Mittelrhein-Museum in ihrer Eröffnungsrede zur Ausstellung "Heute-hier": "Ohne Zweifel ist das Zusammenleben von Juden und Christen auf alle Zeiten geprägt vom Wissen über die Greueltaten unter den Nationalsozialisten. Doch Victor Sanovec gefällt die Vorstellung von den Juden als Leichenbergen, wie sie uns durch Geschichtsunterricht und Medien nahegebracht ist, wenig. Das jüdische Leben haben wir viel seltener im Sinn. . ."

Um es zu ehren, wählte der Künstler nicht den Wein als Symbol des Wohllebens, auch nicht die Rose, die für die Schönheit steht, sondern den Lorbeer als "Pflanze des Erfolgs".

(ds)



Projekt " R H E I N GARTEN "

Blühende Landschaften wurden zum Kunstwerk.
Brachflächen wurden zur Leinwand.
Pflanzen und Bruchsteinmauern dienten der Farbe.

Die Initiatoren des Projektes R H E I N GARTEN, Barbara Fuchs und Victor Sanovec, handelten im Sinne der künstlerischen Avantgarde ohne einen Auftraggeber. Hier am Mittelrhein an der Stelle wo wirtschaftliche Interessen historische Bindungen und eine einzigartige Landschaft eine besondere Situation schaffen.

Nachdem das Rheintal schon früh zur Verkehrsachse ausgebaut wurde, waren die ökologischen Themen in den vergangenen zwanzig Jahren für die Entwicklung des Tales prägend. Das Aussehen der Landschaft spielte dabei keine große Rolle. Jetzt müssen wir uns mit gestalterischen und ästhetischen Fragen beschäftigen, wenn das Tal nicht auf Verkehrsachse oder Refugium für seltene Pflanzen reduziert werden soll.

Aber auch die zeitliche Dimension, die Geschichte sollte neu und anders empfunden werden:
als Bestandteil von heute.

So konnte hier der Begriff von Kunst im öffentlichen Raum neu definiert werden.

Die anlässlich des Rheinland-Pfalz Tages geschaffene Arbeit „Lorbeerwall" war ein Teil des Landschaftskonzeptes der unter dem Namen „Heute-hier" erstellt wurde.